Donnerstag, 25. Dezember 2014

BARF - "Bone And Raw Food" beim Hund

BARF (dt.: Biologisch artgerechte Rohfütterung), als Alternative zum herkömmlichen Dosenfutter wird immer beliebter, allerdings muss hierbei eine Menge beachtet werden, damit der Hund alle Nährstoffe in der richtigen Dosierung bekommt! Deshalb heute eine kurze Zusammenfassung eines Artikels aus der Zeitschrift "team.konkret" (Zeitschrift für Tiermedizinische Fachangestellte). Trotz der folgenden Informationen rate ich dringend dazu vor einer Futterumstellung eine tierärztliche Ernährungsberatung einzuholen, da man beim BARFen einiges falsch machen kann!


Was genau ist BARF?

Erfinder ist der australische Tierarzt Ian Billinghurst (Buch: "Give your dog a bone", 1993), den Begriff BARF (Bone And Raw Food) prägte die Kanadierin Debbie Tripp. Es handelt sich bei BARF um eine Rohfütterung bestehend aus Fleisch, Knochen, Innereien, Obst, Gemüse, Ölen, Eiern, Milchprodukten und Kräutern. Der Grund, warum sich Hundehalter für diese Art der Fütterung entscheiden ist zum Beispiel mangelndes Vertrauen beim Kauf von Dosenfutter, nicht zuletzt aufgrund der ständig kursierenden Gerüchte bezüglich der Inhaltsstoffe.


Vorteile des BARFen:

Der Hundehalter weiß genau was der Hund frisst, wo das Futter herkommt und wie es zusammengesetzt ist, da er es selbst zubereitet, die Zutaten sind ganz frisch. Gerade bei Futterallergien, kann das Futter individueller und passender zusammengestellt werden. Des weiteren wird das Kaubedürfnis des Hundes besser befriedigt und die Zahnpflege unterstützt.
 

Nachteile des BARFen:

Durch eine unausgewogene Fütterung kommt es zur Fehlversorgung mit Nährstoffen. Das Verfüttern von Knochen kann zu Verstopfung führen und birgt ein größeres Verletzungsrisiko. Außerdem steigt das Infektionsrisiko von Hund und Halter durch diverse Bakterien und Viren (z.B. Salmonellen), da das Fleisch roh verfüttert wird.


Vorbild Wolf:

Der Wolf an sich ernährt sich nicht nur von Fleisch (Protein- und Fettquelle), sondern frisst das komplette Beutetier mit Fell (enthält Zink), Knochen (enthalten: Calcium, Phosphor, Kalium, Natrium, Magnesium und Zink), Schilddrüse (Jod), Leber (Vitamin A, B-Vitamine, Kupfer) und Magen-Darm-Inhalt (B-Vitamine und Ballaststoffe). Auf diese Weise deckt er seinen gesamten  Nährstoffbedarf und erhält so auch noch weitere Spurenelemente wie Mangan, Kupfer und Eisen.
Beim BARFen wird in der Regel jedoch kein ganzes Tier verfüttert, sondern eine Mischung zusammengestellt. Passt diese Mischung nicht zum Nährstoffbedarf des Hundes, kann es sehr schnell zu einer Über- oder Unterversorgung kommen.
Eine Studie 2011 zeigte, dass von 95 BARF-Rationen bei 60% eine Fehlversorgung mit mindestens einem Nährstoff vorlag.
 

Folgen einer Fehlversorgung:

Man kann dem Hund die Fehlversorgung nicht direkt ansehen, die Folgen werden oft sehr viel später deutlich. Es kann zur Bildung von Harnsteinen, der Entmineralisierung der Knochen, Haut- und Fellveränderungen und Beeinträchtigung des Immunsystems kommen. Betrachtet man noch einmal das Beispiel Wolf genauer, so stellt man fest, dass dieser zwar keine Zusatzpulver einnimmt, dafür aber auch eine deutlich geringere Lebenserwartung als der Haushund hat. Ein längerfristiger Mangel an Nährstoffen hat also durchaus Nachwirkungen.
 
 
BARF-Profil:
 
Mithilfe einer Blutuntersuchung kann im Labor überprüft werden ob der Kalzium-, Phosphor-, Kupfer-, Zink-, Jod-, Vitamin A- und Vitamin B-Haushalt in der BARF-Ration stimmt. Allerdings zeigt eine Blutuntersuchung nur den momentanen Stand zum Zeitpunkt der Blutentnahme an. Eine computergestützte Rationsüberprüfung dagegen ist zuverlässiger, was die aktuelle Nährstoffversorgung des Hundes angeht. Über- und Unterversorgungen können so durch eine individuelle Anpassung ausgeglichen werden.
 
 
 
Eine BARF-Ration muss immer den aktuellen Bedürfnissen des Hundes angepasst werden, was nicht immer einfach ist. Der Besitzer hat die Fütterung selbst in der Hand, die Gefahren des BARFens (Infektionsrisiko, Verletzungsrisiko, Fehlversorgung) dürfen aber nicht unterschätzt werden. Es sollte unbedingt ein Experte zu Rat gezogen werden, der auch die Rationen für den Hund individuell durchrechnet!
 
 
Habt Ihr bereits Erfahrungen mit BARF? Könntet Ihr Euch vorstellen Euren Hund auf diese Weise zu ernähren oder würdet Ihr lieber beim Dosenfutter bleiben?
 
 

Sonntag, 21. Dezember 2014

Ausflugstipp: CACIB

Im Januar gibt es wieder ein tolles tierisches Event!

Hundemesse CACIB:

Am 10. und 11.01.15 treten zum 41. Mal rund 3500 Rassehunde in Nürnberg an, um den Titel des internationalen Schönheitschampions (Certificat d`Aptitude au Championat International de Beauté) für sich zu gewinnen.
Das Rahmenprogramm bietet einiges zum Thema Hundesport, darunter auch Dog Dance, Obedience und Frisbee.
Und bei den 80 gewerblichen Ausstellern findet ganz bestimmt jeder Hundebesitzer etwas passendes.

Öffnungszeiten: 09:00-17:00 Uhr
Messehalle: 3 und 4
Eintritt:
Erwachsener: 10 €
Familienkarte: 20 €
Hund: 2 € (gültiger Impfpass + Tollwutimpfung!)

Mehr dazu erfahrt Ihr hier.


Samstag, 20. Dezember 2014

Kleines Special: Hundegeschirr abmessen

Heute gibt es einen kleinen Zusatz zur Anleitung des Hundegeschirrs.



















Und zwar wurde ich gefragt, was genau alles am Hund abgemessen werden muss und da es mit Bildern leichter zu beschreiben ist und ich jetzt endlich Urlaub und somit Zeit habe, habe ich mir meinen Hund geschnappt und noch ein paar Fotos gemacht. Nicht wundern, mein Hund hat beschlossen, dass es ihm zu warm ist und er sein Winterfell wieder verlieren könnte, deshalb sieht er gerade etwas gerupft aus...
 
Die einzelnen Teile müssen in Relation zueinander passen, deshalb empfehle ich Euch in dieser Reihenfolge vorzugehen und erst nach der Fertigstellung des ersten Teils weiter abzumessen, dann das nächste Teil zu machen, weiterzumessen, usw.
Rechnet für jedes Teil noch genug Schnur zum Verknoten mit ein!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rücken- und Bauchriemen:
 
Rücken- und Bauchriemen ergeben zusammen den Rumpfumfang des Hundes und verlaufen hinter den Vorderbeinen, ein Stück hinter dem Widerrist.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Legt das Maßband an dieser Stelle an und messt den Umfang. Achtet darauf, dass der Hund seine Vorderbeine noch frei bewegen kann und nicht beim Laufen behindert wird. Notiert Euch zunächst einmal das Ergebnis des Umfangs.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Rückenriemen ist so lang, wie Euer Hund "breit" ist.
 
 
 
 
 
 
 
Jetzt habt Ihr zwei Zahlen...
 
Gesamtumfang - Rückenriemen = Länge des Bauchriemens
Rückenriemen - Länge der beiden Klippverschlüsse = Vollständiger Rückenriemen
 
Jetzt könnt Ihr beides fertig knoten.
 
Halsriemen:
 
Legt Eurem Hund die fertigen Riemen um. Legt dann das Maßband vorne um den Hals des Hundes herum bis zum Rückenriemen hin. Achtung! Das ergibt mehr als den bloßen Halsumfang des Hundes.
Stellt nun den Halsriemen her und verbindet ihn mit dem Rückenstück, legt dann wieder alles dem Hund an.

















Verbindung zwischen Hals- und Bauchriemen:
 
 
 
Der letzte Riemen verläuft vom Halsriemen vorne zwischen den Vorderbeinen des Hundes hindurch und endet am Bauchriemen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich hoffe der Beitrag war hilfreich ;)
 
 
 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Anleitung: Halsband mit versetztem Muster selber machen


 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bei mir geht momentan alles ein wenig drunter und drüber, deshalb war leider auch ein paar Wochen Post-Pause und auch meine Paracordbestellung lässt weiter auf sich warten... Also heute wieder mal etwas improvisiert mit dem was ich noch im Haus hatte ;)
Das heutige Halsband ist vor allem wegen dem versetzten Muster interessant, da es nicht so schnurgerade verläuft wie die übrigen Halsbänder, also mal was anderes.















Was Ihr braucht:
  • 2 Paracordschnüre (Mein Hund hat 56 cm Halsumfang, habe je Schnur ca. 3,7 m gebraucht.)
  • 1 Klippverschluss
  • 1 Metallring
  • Schere
  • Pinzette
  • Feuerzeug



Das Knotenmuster:

















Befestigt die beiden Schnüre am Klippverschluss so, dass die beiden mittleren Schnüre die Länge des Halsumfangs haben (noch ein bisschen Schnur dazurechnen wegen dem Knoten am Schluss) und die äußeren Schnüre deutlich länger sind.
Beginnt dann mit dem Knotenmuster, jedes Mal, wenn Ihr ein neues "Quadrat" anfangt, müsst Ihr einfach wieder spiegelverkehrt weiter knoten. Führt das Muster so lange fort, bis Ihr etwa dreiviertel des Halsbandes fertig habt.
 
 
Ring einfügen:
 
Beim Ring einfügen macht dann die ungewöhnliche Verlaufsform des Halsbandes doch ein paar Probleme. Ihr könnt den Ring wie gewohnt einfügen, müsst dann aber einen relativ kleinen Ring nehmen, damit alles ordentlich aussieht, was mir persönlich allerdings nicht so sehr gefällt, da es mich nervt, wenn ich jedes Mal, wenn ich meinen Hund anleinen will, erst einmal eine gefühlte Ewigkeit herumnesteln muss, bis der Leinenhaken am Ring ist.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Deshalb hier noch eine etwas unkonventionellere zweite Möglichkeit, für alle die lieber einen größeren Ring anbringen möchten ;)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Knotet jetzt weiter wie bisher, bis Euer Halsband die gewünschte Länge hat. Fädelt die Schnüre für den Abschluss durch das andere Klippverschlussteil und verknotet es auf der Rückseite. Zieht die Enden ein paar Mal unter den Schnüren des Bandes mit einer Pinzette hindurch und verschmort die Enden mit dem Feuerzeug.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und damit bin ich auch schon am Ende meiner Anleitung ;) Viel Spaß beim Nachbasteln!
 
Lust auf mehr? Dann schaut doch auch mal bei meinen anderen Anleitungen vorbei ;)
Dort findet Ihr zum Beispiel Tutorials für ein Hunde-Kauseil, weitere Halsbänder, uvm.
 
Ich wünsche Euch noch ein schönes Restwochenende!
 
 
 

Mittwoch, 19. November 2014

Hinter den Kulissen - der Zoo aus einem anderen Blickwinkel

Wer im Zoo nicht nur auf die Gehege und Tiere achtet, sondern mit offenen Augen herumläuft, stellt schnell fest, dass überall Tore, abgesperrte Häuschen und blockierte Wege sind, meist mit diesen "Kein Zugang"-Schildern. Tatsächlich ist der Bereich hinter den Kulissen und Arbeitsbereich der Tierpfleger viel größer, als die Gehege an sich vermuten lassen. Als Volontär im Zoo Zürich erhielt ich einen kleinen Einblick in diesen für den Besucher nicht einsehbaren Bereich.
 
Mein erster Tag startete gleich in einem der riesigen Verwaltungsgebäude direkt neben dem Zoo auf einem extra abgezäunten Gelände. Dort wurden die Volontäre mit Arbeitskleidung und Schlüsseln ausgestattet. Es gab eine kurze Einführung, in der uns Schließfächer, Umkleiden und die Mitarbeiterkantine gezeigt wurden. Dann gings nach draußen, wo wir direkt am Futterlager vorbeikamen. Das Futter wird dort zentral gelagert, um den Überblick über die gewaltige Menge nicht zu verlieren. Jeden Morgen werden dann die Rationen für jedes Revier eingeteilt und zu den jeweiligen Bereichen gebracht, wo sie bis zur Fütterung gekühlt gelagert werden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich wurde zu dem Revier, in das ich zuvor eingeteilt worden war gebracht: durch einen Mitarbeitereingang gelangten wir vom abgetrennten Verwaltungs- und Lagerbereich in den eigentlichen Zoo und somit in den Bereich der für Besucher zugänglich war. Um diese Zeit hatte der Zoo allerdings noch nicht geöffnet. Für mich eigentlich die schönste Zeit dort, da es komplett still ist und man nur die Rufe der Tiere hört, die sonst im Lärm der Besucher untergehen.
 
Irgendwann gings dann durch eines dieser mysteriösen Tore und ich fand mich in einem großen Hof wieder. Dort fanden sich zum Beispiel Paletten mit Rindenmull-Säcken, Schubkarren, ein großer Container für Gartenabfälle und Tierhinterlassenschaften uvm.. Mein Weg führte mich von dort aus in eines der Gebäude, wo ich mich in der Futterküche wiederfand. Hier werden alle Futtermittel, die vom Lager aus hierherkommen weiter verarbeitet, also in mundgerechte Häppchen zerteilt oder gekocht und die Rationen für die jeweiligen Fütterungen des Tages werden dort eigeteilt. Die Futtermengen werden von Tierärzten bestimmt und von den Tierpflegern dann jeweils abgewogen. In den Gebäuden eines Reviers befinden sich aber nicht nur Futterküchen, sondern auch jede Menge Werkzeuge, Arbeitsgeräte und die Zugänge zu den jeweiligen Ställen, so müssen die Tierpfleger nicht jedes Mal durch den Besucherbereich gehen, um zu den Tieren zu kommen.
 
In den Bereich, in den ich zugeteilt war fielen auch die Totenkopfäffchen und Gelbbrustkapuziner. Beide Gehege wurden von Wassergräben umgeben, dadurch befand sich hinter den Kulissen auch ein Raum mit Filtern und Pumpen. In den jeweiligen Gebäuden wird dann auch jeweils die Stromversorgung geregelt, also Sicherungen und Schalter für Licht, Wärmelampen, etc..
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Doch das ist noch längst nicht alles, einmal wurde ich losgeschickt um eine Bohrmaschine zu holen. Mein Weg führte mich wieder durch den ganzen Zoo hinter den Verwaltungsbereich. Dort kam ich an dem Bereich der Tierärzte und der Quarantänestation vorbei, sowie an einem Gewächshaus der Gärtner. Dahinter lagen die Werkstätten, die eigenen Schreinereien und andere Handwerksbereiche des Zoos.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Während meinem Volontariat, erlebte ich auch eine Kamelgeburt, ein paar Tage später, als das Jungtier bereits etwas sicherer auf den Beinen war sollten Mutter und Kind gewogen werden. Ich fragte mich wirklich, wie man denn ein Trampeltier wiegt... das erklärte sich dann aber von selbst, als wir beide Tiere zum Elefantenhaus führten, wo sich in einem kleinen Hof eine Elefantenwaage befand, eine große Waage, die in den Boden eingelassen war.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Zoo ist also weit größer, als der Besucher denkt und es ist bestimmt nicht leicht, all diese Bereiche zu koordinieren, damit das richtige Futter beim richtigen Tier ankommt, alle Zäune und Gerätschaften in Ordnung gehalten werden etc.
Also wenn Ihr das nächste Mal im Zoo seid und an einem dieser Tore vorbeikommt, dann könnt Ihr Euch sicher sein, dass dort noch einiges dahinter steckt ;).
 
Wenn Ihr mehr zum Thema Volontariat im Zoo lesen möchtet, schaut doch einfach mal bei meinen anderen Posts vorbei:
 
 
 

Samstag, 15. November 2014

Anleitung: Hundehalsband mit "Button Knot" selber machen





























Da meine bestellte Paracord-Lieferung immer noch nicht eingetroffen ist, gibt es heute ein kleines Mini-Projekt dazwischen ;).
In diesem Tutorial zeige ich Euch, wie man ein Halsband mit einem dekorativen "Button Knot", oder auch Knopfknoten, ergänzt.


Was Ihr braucht:

Für das Halsband:
  • 2 Paracordschnüre
  • 1 Klippverschluss
  • 1 Metallring
  • Schere
  • Pinzette
  • Feuerzeug
Für den Knoten:
  • 2 Paracordschnüre (je 60 cm)
  • Schere
  • Pinzette
  • Feuerzeug

Das Halsband:

Das Halsband ist bei mir dieses Mal einfarbig, da der Knoten im Mittelpunkt stehen soll. Das Prinzip ist das Gleiche, wie schon beim Geschirr, hier noch einmal ein kurzer Rückblick:
 










Nach etwa 3/4 Länge des Halsbandes könnt Ihr wie üblich den Ring einfügen:

















Der Button Knot:

Legt nun das fertige Halsband zur Seite und nehmt die beiden 60 cm langen Schnüre zur Hand.






















Achtet darauf, dass beide Schnüre immer parallel verlaufen und sich nicht umeinander wickeln. Zieht am Ende den Knoten fest, indem Ihr Lasche für Lasche langsam und vorsichtig enger zieht.
 
 
Wie kommt der Knoten ans Halsband?
 
Zieht mit Hilfe der Pinzette die vier losen Schnüre durch die Seitenlaschen des Halsbandes. Passt dabei auf, dass sich der Knoten nicht verschiebt, während Ihr an den Schnüren zieht.




























Da auf dem Knoten selbst kein Zug lastet, reicht es aus, wenn Ihr die losen Schnüre jetzt abschneidet und mit dem Feuerzeug zusammenschmort.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wer ganz sicher gehen will, kann die einzelnen Laschen des Knotens auch noch zusätzlich annähen, aber bei mir hält er auch so sehr gut.
 
 












Und schon habt Ihr mit dem Knoten einen interessanten Effekt erzielt! Wenn Euch das Ganze etwas zu schnell ging, da das vielleicht Euer erstes selbstgemachtes Halsband wird, dann könnt Ihr zuerst bei meinen anderen Halsbandanleitungen vorbeischauen, dort sind die einzelnen Schritte noch einmal etwas ausführlicher erklärt. Dort könnt Ihr dann nachlesen  wie das genau mit den Klippverschlüssen und Co. funktioniert ;)
 
 
 
 

Hier noch zwei Fotos, wie das Halsband am Hund aussieht, wie immer aber das Problem, dass mein Hund zu viel Fell hat... ;)


















 
 
Wie immer wünsche ich Euch viel Spaß beim Nachbasteln und freue mich Eure Meinungen und Erfahrungen in Bezug auf dieses Halsband zu hören ;) Euch allen noch einen schönen und entspannten Abend!
 
 

Sonntag, 9. November 2014

Tricktraining: Taschentuch anbieten































Das "Taschentuch anbieten" ist ein Trick der in mehreren Schritten aufgebaut werden muss und dem Hund zu Beginn nicht gerade leicht fällt, da er verschiedene Handlungen kombinieren muss. Vollständig ausgeführt soll der Trick so aussehen:
Auf ein Kommando hin (bei mir ein Nießen) soll der Hund kommen, eine Packung Taschentücher entweder holen, oder aus der Tasche des Hundehalters ziehen und anschließend anbieten.
 
Schritt 1:
 
Zuerst einmal muss der Hund lernen, dass die Taschentuchpackung von Interesse ist. Dazu habe ich ein paar Leckerlis in die Packung gesteckt und diese auf dem Boden vor dem Hund platziert. Mein Hund hat natürlich sofort intensiv die Packung beschnuppert. Immer wenn er sie mit der Schnauze berührte, oder ins Maul nahm, bekam er eine Belohnung. Mein Hund lernte also nach und nach, dass es etwas zu holen gibt, wenn er die Packung aufnimmt. Nachdem er also nach einiger Zeit zielstrebig, von selbst die Taschentücher nahm, konnte ich weiter machen.
 
Schritt 2:
 
Jetzt steckte ich die Packung in die Hosentasche, aber so, dass noch ein Großteil davon herausschaute. Ich setzte mich so hin, dass mein Hund sie problemlos erreichen konnte. Zunächst war er natürlich etwas verwirrt, was er tun sollte, aber nachdem ich ein wenig mit der Packung raschelte, wusste er schnell was Sache war. Anfangs gab es noch jedes Mal eine Belohnung, wenn er die Packung in der Hosentasche berührte, dann nur noch wenn er sie ins Maul nahm. Zwischendurch zog er sie komplett heraus, dann bekam er eine ganz besonders große Belohnung, denn das war ja schließlich das Ziel der Übung. Später wurde auch nur noch diese Aktion belohnt. Immer wenn er die Packung herausgezogen hatte kam mein Markerwort "Fein", dann die Belohnung und abschließend, imitierte ich anstelle eines Kommandos, ein Nießen. Den Vorgang wiederholte ich solange, bis mein Hund das Nießen mit der Aktion "Taschentuch herausziehen" verbunden hatte und dies auf Kommando ausführen konnte.




























Schritt 3:

Jetzt fehlte nur noch, dass er mir die Packung in die Hand legt. Hunde die bereits apportieren können, sind hierbei klar im Vorteil. Hunde die das noch nicht können, kann man durch schnelles hin und her bewegen der Taschentuchpackung zum Spielen animieren, sie versuchen dann die Packung zu fangen und rennen ihr hinterher, wenn man sie wirft. Viele Hunde kommen dann von sich aus wieder mit ihrer "Beute" zurück, wofür man sie natürlich belohnt. Hat der Hund begriffen, dass er die Packung geben soll muss er nur noch alle Schritte kombinieren. D.h. die Taschentücher kommen wieder in die Hosentasche, der Hund bekommt sein Signal (Nießen) und wird dann nur noch belohnt, wenn er das Päckchen sowohl herauszieht, als auch hergibt.


Allgemeines und Grundlagen zum Thema Tricktraining findet Ihr noch einmal  hier.
Ich wünsche Euch noch ganz viel Spaß beim Üben und ein schönes Restwochenende! ;)

Mittwoch, 5. November 2014

Alaskan Husky, Siberian Husky, Schlittenhund, wo liegt da der Unterschied?!

Im letzten Post ging es ja um das Schlittenhunderennen Frankonia Open, in diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal über kleine aber feine Unterschiede zwischen Schlittenhunderassen und Begriffen in diesem Zusammenhang schreiben, da mich als Besitzer eines Siberian Huskys auch immer wieder Leute ansprechen und Dinge fragen, die für mich eigentlich auf der Hand liegen, aber anscheinend nur die Wenigsten wissen... Also, wenn Ihr das nächste Mal einen Husky oder Schlittenhund seht, könnt Ihr mit diesem Wissen so richtig angeben ;)


"Schlittenhund" ist nicht gleich "Husky"!

Als Schlittenhund wird ein Hund bezeichnet, den man als Zugtier vor einen Schlitten spannt, wie der Name schon sagt. Schlittenhund bedeutet aber nicht automatisch Husky, denn vor den Schlitten kann man alle möglichen Hunde spannen, also auch Malamutes, Samojeden, etc. 
Wichtig ist dabei nur, dass der Hund mit kalten Temperaturen auskommt und ausdauernd ist. Eingrenzungen gibt es allerdings bei den Hundeschlittenrennen: je nach Veranstalter sind nur bestimmte Schlittenhunderassen/-kreuzungen zugelassen.

Schlittenhunde im Einsatz


























Auch Husky ist nicht gleich Husky

Der Husky ist die wahrscheinlich bekannteste Schlittenhunderasse, doch nur weil ein Hund den Namen Husky trägt, heißt das noch lange nicht, dass er auch einer ist. 
Es gibt den Siberian Husky und den Alaskan Husky.
Offiziell als Rasse von der FCI anerkannt ist aber nur der Siberian Husky. Der Alaskan Husky bezeichnet keine Hunderasse (nicht von der FCI anerkannt), sondern einen Hundetyp, es  handelt sich bei diesem Hund um eine Kreuzung aus Huskies, aus Alaska stammenden Hunden, Jagd- und Windhunden, mit dem Ziel einen möglichst schnellen und dennoch extrem Leistungsstarken Schlittenhund zu züchten.
Oft mit dem Siberian Husky verwechselt wird auch das deutlich größere und kräftigere Alaskan Malamute (von der FCI anerkannte Hunderasse), ebenfalls kein Husky, aber ein außerordentlich guter Schlittenhund, auch bekannt unter dem Namen "Lokomotive des Nordens".

Siberian Husky






















Hundeschlittenführer und Gespann:

Als "Musher" bezeichnet man einen Hundeschlittenführer, das Gespann ist das "Team". Das Team unterteilt sich noch einmal in die Hunde direkt am Schlitten/Wagen, die sog. "Wheeler", meist die stärksten Hunde im Team. Ganz vorne sind die "Leader" oder auch Leithunde, sie setzen die Befehle des Mushers um und geben das Tempo vor, außerdem besitzen sie einen ausgezeichneten Orientierungssinn und müssen selbstständig den sichersten Weg für das Gespann finden. Die Hunde zwischen Wheeler und Leader nennt man "Swinger".


Der Blaue-Augen-Mythos

Jetzt noch ein kleines Anliegen von mir... Ich höre beim Spazieren immer wieder Folgendes: "Ist das ein Husky? Der hat ja gar keine blauen Augen!" 
Ich weiß nicht woher dieses Gerücht kommt, dass alle Huskies blaue Augen haben müssen. 
Es können beim Siberian Husky sowohl blaue, grüne, bernsteinfarbene, als auch zwei verschiedenfarbige Augen auftreten, alle Färbungen sind zur Zucht zugelassen und nichts ungewöhnliches, aber irgendwie ist das Bild eines blauäugigen Huskys in den Köpfen der Leute felsenfest verankert.  


Naja, ich hoffe der Beitrag war interessant und hat Euch weitergeholfen. Jetzt kennt Ihr den Unterschied zwischen Alaskan Husky, Siberian Husky und Schlittenhund ;)
Der Name "Snowdog" kommt übrigens daher, dass viele Kinder meinen Hund zwar richtig einordnen, aber nicht wissen, dass die Rasse "Husky" heißt, deshalb höre ich immer mal wieder: "Guck mal Mama, ein Schneehund!!!"




Sonntag, 2. November 2014

Ausflugstipp: Schlittenhunde in Aktion erleben

22. Frankonia Open 2014 - Bayrische Meisterschaft off Snow


























Am 15./16.11.14 ist es wieder so weit: in Schönberg bei Lauf a.d. Pegnitz kämpfen wieder rund 100 Teilnehmer mit ihren Hunden und Gespannen bei einem der größten Hundeschlittenrennen Deutschlands um den Sieg.
Die Rennstrecke umfasst 4,8 km und ist ein off Snow-Rennen, d.h: da um diese Jahreszeit noch kein Schnee liegt, treten die Musher mit ihren Hunden mit Wagen, Fahrrad oder zu Fuß an. Die Gespanne umfassen bis zu 12 Hunde. Veranstalter ist der FSSC e.V. (Fränkischer Schlittenhunde Sportclub).

Ein 12er-Gespann bereitet sich für den Start vor


























Ein Besuch lohnt sich wirklich! Das Gelände um den Start- und Zielbereich ist für Zuschauer geöffnet, man kann das Rennen also aus nächster Nähe mitverfolgen. Begehbar ist auch der Bereich, in dem Musher und Hunde mit ihren Wohnwagen übernachten, wer möchte kann sich hier die Hunde ansehen, die auf ihren Einsatz warten, oder bereits von der Rennstrecke zurückgekehrt sind. Interessant ist es auch, die Hundeschlittenführer beim Einspannen der Hunde zu beobachten.
Außerdem gibt es auch diverse Verkaufsstände: neben Essen und Getränken, findet man hier auch Hundebedarfsartikel und Zuggeschirre. 

Auch der Nachwuchs kann bestaunt werden

























Ab zwölf Jahren kostet der Eintritt 6 €.
Wer mit seinem eigenen Hund vorbei kommen möchte, muss allerdings einen Impfpass vorlegen und seinen Vierbeiner an der Leine führen.

Hier noch ein paar kleine Aufnahmen von einem Rennen das ich vor ein paar Jahren selbst mitverfolgt habe ;). Für mich ist das Rennen auf jeden Fall ein Muss für alle Schlittenhundefans!
Weitere Infos zu den Frankonia Open findet Ihr auf der Internetseite des FSSC

video 





Samstag, 25. Oktober 2014

Anleitung: Tierische Halloween-Kürbisse selber schnitzen


Wer für dieses Halloween etwas originelles sucht: warum nicht einen Kürbis mit einem Bild des eigenen Haustiers basteln? Wie man so einen tierischen "Jack O`lantern" macht erkläre ich Euch hier ;)


Was Ihr braucht:

  • einen großen Kürbis mit mindestens einer unbeschädigten Seite
  • großes Messer
  • kleines Küchenmesser
  • Foto des Haustiers oder sonstiges Bild
  • Klebestreifen
  • Schüssel
  • Löffel
  • Taschenlampe oder Kerze
  • Unterlage (z.B. Zeitung)
  • Stifte und evtl. Zirkel
  • Schere


 Vorbereitung:

Legt Euren Tisch mit Zeitungen oder einer anderen Unterlage aus, da beim Aushöhlen der Kürbisse eine ziemliche Sauerei entstehen kann. Wenn Euer Kürbis schmutzig ist, säubert ihn zunächst.

Schneidet dann im Kreis um den Strunk herum schräg mit dem großen Messer den Deckel heraus. Da der Kürbis nach einiger Zeit anfängt zu schrumpeln fällt Euch sonst der Deckel durch, wenn Ihr nicht schräg einschneidet...








Wenn Ihr den Deckel nun abnehmt, seht Ihr das Innenleben des Kürbises, jede Menge Fasern und Kerne, das muss jetzt alles raus. Nehmt dazu den Löffel zur Hand. Das was Ihr ausschabt, könnt Ihr in die Schüssel tun.










Wie kommt das Tier auf den Kürbis?


Ich habe hier ein Foto von meinem Hund ausgedruckt, das muss erst einmal vereinfacht werden. Beim Schnitzen habt Ihr nur zwei Möglichkeiten: helle und dunkle Flächen.
Wer nicht so gut zeichnen kann, legt am Besten einfach ein Blatt über das Foto und pauscht die wichtigsten Linien durch. Wer sich traut kann auch frei abzeichnen. Oder Ihr druckt ein Bild aus dem Internet aus, ganz wie Ihr möchtet ;)


Denkt einfach daran, je kleiner und detailreicher ein Bild ist, desto schwieriger wird die Übertragung auf den Kürbis. Ich habe meinen Hund stark vereinfacht abgezeichnet und mit dem Zirkel einen Mond dazu gemalt.




Dann kommt das Bild auf den Kürbis, befestigt es dazu mit Klebestreifen.
Nun kommt der knifflige Part: nehmt das kleine Küchenmesser und fahrt alle Linien mit der Spitze nach. Drückt nicht zu fest auf, aber stark genug, dass Ihr die Schale leicht ankratzt. Passt bitte auf, dass Ihr nicht mit dem Messer abrutscht!
Wenn Ihr fertig seid, könnt Ihr das Bild abnehmen, behaltet es aber noch als Vorlage bei Euch. Das Motiv sollte jetzt eingeritzt zu sehen sein (dazu gibt es leider kein Bild, da man die Linien auf dem Foto nicht erkennen kann).


Fahrt die Linien nun noch einmal mit dem Messer nach und schält dann vorsichtig mit der Spitze die Schale der hellen Flächen ab.














So entsteht nach und nach das endgültige Bild.














Ich habe in diesen Kürbis eine Taschenlampe gelegt. Ihr könnt aber auch ganz klassisch eine Kerze benutzen, passt dann aber auf, dass es am Deckel nicht zu heiß wird.
Wenn man das Licht noch nicht richtig durchsehen kann, müsst Ihr den Kürbis noch etwas weiter aushöhlen.











Ich wünsche Euch wie immer viel Spaß beim Nachbasteln und ein tierisch schauriges Halloween ;)





Donnerstag, 23. Oktober 2014

Was passiert eigentlich bei einer Zahnsanierung?

Warum wird eine Zahnsanierung beim Tier vorgenommen?

Tiere betreiben nicht wie wir Menschen Zahnpflege und mit der Zeit lagert sich immer mehr Zahnstein an, die Zähne können Löcher haben, das Zahnfleisch geht zurück und entzündet sich. Schlechte Zähne und Entzündungen äußern sich außerdem durch fauligen Mundgeruch.
Für das Tier bedeutet das Schmerzen und ab einem gewissen Punkt fressen sie weniger oder gar nicht mehr. Manche Tiere erscheinen matt, da sie viel herum liegen.

Zahnstein beim Hund




















Die Voruntersuchung:

Hier wird das Tier noch einmal gründlich untersucht und es wird für die bevorstehende Narkose Blut abgenommen und ins Labor eingeschickt, um Risikofaktoren zu erkennen. Wenn alle Werte in Ordnung sind gibt es grünes Licht für die Zahnsanierung, ein gewisses Restrisiko hat man bei einer Narkose aber immer.

 



















Warum ist eine Narkose nötig?

Wer schon einmal eine Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt mitgemacht hat weiß, dass das nicht gerade angenehm ist. Ein Tier versteht natürlich nicht warum man so etwas mit ihm macht und lässt sich die Behandlung nicht gefallen. 
Der Zahnstein ist in der Regel genau an der Stelle am Schlimmsten, wo das Zahnfleisch beginnt, bei der Zahnsteinentfernung können also durchaus Schmerzen entstehen, die man dem Tier ersparen möchte. 
Ein weiteres Problem ist, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben, als wir Menschen. Im Gegensatz zu uns können sie den hohen Ton des Ultraschall-Scalers hören und wer würde bei einem längeren Andauern eines so hohen Pieptons nicht verrückt werden?!
Deshalb ist die Narkose notwendig, schon allein weil das Tier längere Zeit ruhig halten muss, während der Tierarzt im Maul herumhantiert.

Das passiert bei der Zahnsanierung:

Das Tier wird narkotisiert und kommt an eine Infusion, um es zu stabilisieren. Wenn das Tier vollständig im Land der Träume angekommen ist, kann begonnen werden.
Um Zugang zu den Zähnen zu erhalten wird das Maul mit einer Maulklemme aufgehalten.
An dicken Ablagerungen an den Zähnen kommt zunächst eine spezielle Zange zum Einsatz, mit ihr wird der Zahnstein erst einmal grob abgeknipst, dann geht es an die Feinheiten.
Ihr kennt sicherlich vom Zahnarzt dieses Besteck, das vorne so eine Art Haken hat, mit dem der Zahnarzt über die Zähne kratzt? Das ist der sog. Scaler. Bei der Zahnsanierung wird mit dem Ultraschall-Scaler gearbeitet, das geht schneller und leichter, als den Zahnstein mit dem normalen Scaler abzukratzen.
Ist der Zahnstein erst einmal entfernt und die Zähne sind sauber, werden sie noch einmal genauer untersucht. Die Zähne mit Löchern müssen entfernt (extrahiert) werden. Bei Tieren wird keine Füllung oder Ähnliches gemacht, da sie keine Zahnpflege betreiben, würde das nicht lange halten.  Die Zähne werden nicht wie beim Menschen gezogen, sondern zuerst, so weit wie möglich mit einer Zange abgeknipst, dann wird der Rest des Zahns weggebohrt und die Blutung gestillt. Manche Tierärzte nähen die entstandenen Löcher mit einem selbstauflösendem Faden, andere lassen sie offen und spülen sie bei mehreren Nachkontrollen, da Futterreste dennoch hineingelangen können und das zu Entzündungen führt.
Sind alle kaputten Zähne entfernt, wird nachpoliert. Das ist sehr wichtig, da beim Scaling die Oberfläche der Zähne sehr rau wird und sich dadurch Belag viel schneller ansetzen würde. Nach dem Polieren sind die Zähne wieder richtig glatt. Abschließend wird noch gespült.
Das Tier kommt dann mit einer Wärmematte und Decken in eine Box, wo es erst einmal in Ruhe seinen "Rausch" ausschlafen kann. Ist das Tier wach, kann es meist noch am selben Tag abgeholt werden, vorrausgesetzt es gab keine Komplikationen während der Narkose.

Was kostet so eine Zahnsanierung?

Das hängt natürlich vom jeweiligen Tierarzt ab, aber man kann mit etwa 250 € rechnen. Das Zähneentfernen wird extra, je nach Aufwand berechnet (abhängig davon, wie viele Wurzeln ein Zahn hat).

Veränderungen nach der Zahnsanierung:

Die Tiere fressen wieder besser und sind aktiver. Auch das Fell ist glänzender, da der Körper sich nicht länger mit der Entzündung herumschlagen muss und seine Energie in andere Dinge stecken kann. Auch Tiere, denen alle Zähne entfernt werden mussten (eigentlich fast nur bei sehr alten Tieren), können danach problemlos weiterhin Trockenfutter fressen.

Vorbeugung und Zahnpflege:

Wer vorbeugen möchte, kann mit speziellen Tierzahncremes (z.B. Orozyme) die Zähne schützen. Dabei wird nicht wie beim Menschen mit einer Zahnbürste geputzt, sondern die Creme auf den Zeigefinger aufgetragen, mit dem man dann ins Maul des Tieres fährt und die Paste auf die Zähne schmiert. Auch nach der Zahnsanierung ist es sinnvoll die Zähne auf diese Weise zu pflegen. Trotzdem verhindert die Zahncreme die Neubildung von Zahnstein nicht unbedingt vollständig, vor allem da Tierbesitzer im Gegensatz zum Tierarzt nicht immer an alle Zähne herankommen.