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Donnerstag, 2. Juli 2015

Igel in Bayern - Helft mit die Igel zu zählen!

Wanted: dead or alive - wer hat einen Igel gesehen?

Heute möchte ich noch einmal auf etwas aufmerksam machen und Euch um Hilfe bitten:
 
Beim Forschungsprojekt "Igel in Bayern" geht es darum herauszufinden, wie die derzeitige Igelpopulation in Bayern aussieht, da man bisher recht wenig darüber weiß, wie die Igel mit der immer weiteren Bebauung ihres ursprünglichen Lebensraumes zurecht kommen. Oft sieht man sie ja leider nur überfahren auf der Straße... Das Projekt wurde vom Bayerischen Rundfunk und dem LBV (Landesbund für Vogelschutz) gestartet um eben diese Fragen zu klären:
Wo lebt der Igel bevorzugt? Wie gut hat er sich angepasst? Ist er vielleicht schon selten geworden?






















Das Projekt baut auf die Mithilfe von allen, die in Bayern unterwegs sind und einen Igel gesehen haben, unabhängig davon, ob lebendig oder tot. Habt auch Ihr eines der stacheligen Tierchen entdeckt, helft bitte mit und meldet die Sichtung auf: www.igel-in-bayern.br.de/ und tragt dort ein, wo, wann und wie viele Igel Ihr gesehen habt und in welchem Zustand diese waren. Vielen Dank!

Internetseite des Projekts

















Freitag, 12. Juni 2015

Initiative "Deutschland summt"

Hier noch ein kleines Anliegen von mir:
 
Wie Ihr sicher schon gehört habt sterben immer mehr Bienen, einerseits, weil es immer weniger Imker gibt, andererseits auch wegen Nahrungsknappheit durch Monokulturen, Pestizide uvm.
 
Darauf möchte die Initiative "Deutschland summt" aufmerksam machen.
 
Alle Infos zur Initiative findet Ihr hier auf der Pro7 Internetseite.
 
Auch Ihr könnt etwas tun: Bitte klickt auf den obigen Link, besucht die Pro7 Seite und klick dort auf "Share"/"Teilen" und teilt den Beitrag auf Facebook. Für jeden Share spendet Pro7 einen Euro.
 
Kleines Update: habe gerade gesehen, dass der Höchstbetrag von 10.000 € (!!) bereits erreicht ist, also wird nichts mehr gespendet. ABER teilt bitte trotzdem fleißig, damit auf das Problem mit dem Bienensterben aufmerksam gemacht  und die Initiative weiter unterstützt wird! Danke schon mal ;)




Montag, 6. April 2015

Schwarzer Panther - Weißer Tiger

Letzte Woche war ich auf den Kanarischen Inseln unterwegs unteranderem auf Teneriffa, im Loro Parque. Europas größter Papageienpark hat aber nicht nur wunderschöne Vögel zu bieten, mittlerweile hat sich aus dem Park ein kleiner Zoo mit Orcas, Delfinen und Raubkatzen entwickelt.

Darunter auch ein schwarzer Panther und weiße Tiger; aber warum kommen eigentlich manche Tiere mit einer für die Art untypische Farbe zur Welt? Wie kann ein eigentlich goldgelber schwarzgefleckter Jaguar oder Leopard komplett schwarz werden? Und wieso sind manche Königstiger weiß und nicht schwarz-gelb/orange gestreift? Und dann wären da noch die Königsgeparden, die anstatt schwarzer Flecken, schwarze Streifen aufweisen...
 


Jaguare im Loro Parque

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
All diese Fragen warfen mich wieder zurück in die 11. Klasse Biologie: Genetik... Zugegebenermaßen schon etwas her, also habe ich mich noch einmal erkundigt und bin relativ schnell auf die Begriffe Melanismus und Leuzismus gestoßen, da hat es dann auch bei mir wieder geklingelt ;)
 
Deshalb heute mal ein kurzer Exkurs in die Genetik zur Klärung der obigen Fragen, wobei ich versuchen werde alles so zu erklären, dass auch jemand der mit Gen-Loci und Allelen nichts am Hut hat es versteht ;)
 
 
Schwarze Panther:
 
Beim Schwarzen Panther handelt es sich um keine eigene Tierart. Als Panther bezeichnet man einen schwarzen Leoparden oder Jaguar, je nach Lichteinfall kann man beim Panther noch die für Leoparden/Jaguare typische Fleckenzeichnung sehen. Verantwortlich für diese dunkle Fellvariante ist eine stärkere Pigmentierung, was man als Melanismus bezeichnet.
Melanine sind Pigmente die beispielsweiße Haut und Haaren ihre Färbung geben. Beim Menschen unterscheidet man zum Beispiel zwischen Eumelanin und Phäomelanin, je nach Mischungsverhältnis dieser beiden Melaninarten ist die Haut heller oder dunkler. Halten wir uns viel in der Sonne auf wird die Haut im schlechtesten Fall rot, im besten Fall braun. Für die Bräunung ist ebenfalls Melanin zuständig, so schützt sich unsere Haut vor der Sonneneinstrahlung.
 
Beim Panther ist aber wohl kaum der Sonnenschutz der Grund für die Schwarzfärbung: beim Melanismus liegt eine Genmutation vor, an der Stelle am Gen (Gen-Locus), die für die Fellfärbung verantwortlich ist. Als Folge dieser Mutation kommt es zu einer massenhaften Melaninablagerung, das Fell ist schwarz.
 
Was bedeutet das für den Leoparden bzw. Jaguar? Generell hat die Färbung ihre Vor- und Nachteile:
Schwarze Leoparden die in den Graslandschaften der Savanne beheimatet sind, fallen im Gras schneller auf als ihre perfekt getarnten Artgenossen mit dem goldgelben Fell, die Jagd gestaltet sich schwieriger. In Gebieten mit tropischen Wäldern sind die schwarzen Katzen deutlich im Vorteil, denn hier sind sie besser getarnt als die übrigen Jaguare/Leoparden. Es hängt also vom Gebiet ab welche Färbung vorteilhafter ist, die jeweiligen Tiere haben eine höherer Überlebenschance als die übrigen, da sie erfolgreichere Jäger als die anderen sind und somit haben sie auch eine bessere Fortpflanzungschance. Damit lässt sich erklären warum Panther in Waldgebieten deutlich häufiger auftreten, als in Savannengebieten.
 
Interessant wird die ganze Fellfarbengeschichte dann wenn es um die Weitervererbung geht:
beim Jaguar wird die Schwarzfärbung dominant, beim Leoparden rezessiv vererbt. Was das bedeutet soll folgendes Modell zeigen:
 
Dominante Vererbung beim Jaguar:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der erste Fall links zeigt den Normalfall: zwei goldgelbe Jaguare paaren sich: da beide reinerbig sind können sie an die Nachkommen nur die Gene weitergeben die für die goldgelbe Färbung verantwortlich sind. Alle Nachkommen sind goldgelb.
 
Normalgefärbter Jaguar
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Da beim Jaguar die dunkle Färbung dominant vererbt wird reicht es aus, wenn eines der beiden Allele(natürlich hier vereinfacht, in Wirklichkeit spielen mehr als zwei Allele auf dem Gen eine Rolle bei der Fellfärbung) mutiert ist, dass das Tier schwarz ist, weitervererben kann es allerdings beide Farbvarianten, hier entscheidet der Zufall, je nachdem welches der beiden Gene es weitergibt.
Im zweiten Fall haben wir einen reinerbigen goldgelben Jaguar, der sich mit einem Panther, der beide Gene besitzt paart. Der reinerbige Jaguar kann nur das Gen für goldgelb weitergeben, wenn der Panther also ebenfalls goldgelb weitergibt, hat man ein reinerbig goldgelbes Jungtier. Gibt der Panther allerdings das defekte Gen weiter ist auch das Jungtier schwarz, obwohl es auch wieder Gene für beide Farbvarianten besitzt. Da bei jedem Jungtier der Zufall wieder neu entscheidet können beim zweiten Fall auch Würfe mit unterschiedlich gefärbten Jungen entstehen.
Bei Fall drei paaren sich ein reinerbig goldgelber Jaguar und ein reinerbig schwarzer Jaguar. Beide können nur eine Farbmöglichkeit weitergeben, da sie ja selbst nur eine besitzen, die Jungen besitzen somit also alle beide Gene, sind aber alle schwarz gefärbt, da schwarz dominant ist.
Fall 4 zeigt die Farbmöglichkeiten bei zwei Panthern, die beide auch das goldgelbe Gen besitzen. Hier entscheidet wieder der Zufall, welches der beiden Gene sie weitergeben. Bei dieser Paarung sind bei den Jungen wieder beide Färbungen möglich. Nur durch die Paarung dieser beiden Panther können reinerbig schwarze Jaguare entstehen, was allerdings deutlich seltener vorkommt als die gemischten Panther.
In Fall fünf paaren sich zwei reinerbig schwarze Panther, da sie nur das dunkle Gen weitergeben können sind auch alle Nachkommen reinerbig schwarz.
Theoretisch wäre es noch möglich, dass sich ein reinerbig schwarzer Panther mit einem mischerbigen schwarzen Panther paart, das Ergebnis wäre auch hier ein rein schwarzer Wurf, aufgrund der Dominanz des schwarzen Gens.
 
Schwarzer Jaguar
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rezessive Vererbung beim Leoparden:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beim Leoparden wird die Schwarzfärbung rezessiv vererbt, sprich die goldgelbe Färbung ist dominant. Nur reinerbige Panther sind schwarz.
Fall eins und sechs sind jeweils reinerbige Elterntiere, sie können nur eine Färbung weitergeben, der Wurf ist somit auch reinerbig.
Der Rest setzt sich wie beim Jaguar zusammen nur eben anders herum, so können zwei goldgelbe Leoparden gemischte Würfe haben, wenn sie beide Gene vorweisen.
 
Normalgefärbter Leopard
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Weiße Tiger
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wenn Melanin die goldgelben Jaguare und Leoparden dunkler macht, was macht dann einen goldgelben Königstiger zu einem weißen Tiger? Ganz einfach: kein Melanin!
Hierbei spricht man von Leuzismus, auch wieder ein Gendefekt, nur dass dieses Mal keine Melanozyten (Zellen die Melanin bilden) in Haut oder Fell vorkommen. Deshalb erscheint das Fell weiß. Leuzismus darf allerdings nicht mit Albinismus verwechselt werden, denn beim Albinismus sind die Melanozyten durchaus vorhanden, der Defekt liegt hierbei darin, dass diese Zellen kein Melanin bilden können.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Leuzismus bei Tigern ist äußerst selten, mit diesem Fell haben sie in freier Wildbahn auch kaum eine Überlebenschance. Dennoch erfreuen sich die weißen Tiger großer Beliebtheit, weshalb der Mensch diese Farbvariante gezielt züchtet. Aufgrund der Seltenheit dieser Tiere gibt es hier große Probleme mit Inzucht. Alle in Zoos und Parks lebenden weißen Tiger gehen auf den gleichen Kater zurück, der mit einer seiner Töchter verpaart wurde. So kommt es natürlich auch bei Nachzuchten leider immer wieder vor, dass die Jungtiere Behinderungen aufweisen.
 
 
Königsgeparden:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Gepard auf dem Bild sieht erst einmal ganz normal aus, aber er ist etwas ganz besonderes. Harris ist Träger des "Königgeparden"-Gens. Als ich noch bei Cheetah Outreach gearbeitet habe durfte ich ihn etwas näher kennenlernen, mittlerweile ist er allerdings geschlechtsreif und ging deshalb zurück an die Zuchtstation in Pretoria. Das Königsgeparden-Gen macht ihn zu einem äußerst begehrten Kater für die Zucht. Beim Königsgeparden verschmelzen die Flecken zu Streifen, auch wieder ein Gendefekt. Das ganze wird rezessiv vererbt, weshalb man Harris auch nichts ansehen kann.
In freier Wildbahn wären diese Tiere nicht besonders überlebensfähig, aber da sie so wunderschön aussehen werden auch sie vom Menschen gezielt gezüchtet.
 
 
 
Ich hoffe ich konnte Euch das Thema Melanismus und Leuzismus etwas näher bringen ;)
Jetzt wisst Ihr warum manche Leoparden schwarz und manche Tiger weiß sind!
 
 

Mittwoch, 5. November 2014

Alaskan Husky, Siberian Husky, Schlittenhund, wo liegt da der Unterschied?!

Im letzten Post ging es ja um das Schlittenhunderennen Frankonia Open, in diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal über kleine aber feine Unterschiede zwischen Schlittenhunderassen und Begriffen in diesem Zusammenhang schreiben, da mich als Besitzer eines Siberian Huskys auch immer wieder Leute ansprechen und Dinge fragen, die für mich eigentlich auf der Hand liegen, aber anscheinend nur die Wenigsten wissen... Also, wenn Ihr das nächste Mal einen Husky oder Schlittenhund seht, könnt Ihr mit diesem Wissen so richtig angeben ;)


"Schlittenhund" ist nicht gleich "Husky"!

Als Schlittenhund wird ein Hund bezeichnet, den man als Zugtier vor einen Schlitten spannt, wie der Name schon sagt. Schlittenhund bedeutet aber nicht automatisch Husky, denn vor den Schlitten kann man alle möglichen Hunde spannen, also auch Malamutes, Samojeden, etc. 
Wichtig ist dabei nur, dass der Hund mit kalten Temperaturen auskommt und ausdauernd ist. Eingrenzungen gibt es allerdings bei den Hundeschlittenrennen: je nach Veranstalter sind nur bestimmte Schlittenhunderassen/-kreuzungen zugelassen.

Schlittenhunde im Einsatz


























Auch Husky ist nicht gleich Husky

Der Husky ist die wahrscheinlich bekannteste Schlittenhunderasse, doch nur weil ein Hund den Namen Husky trägt, heißt das noch lange nicht, dass er auch einer ist. 
Es gibt den Siberian Husky und den Alaskan Husky.
Offiziell als Rasse von der FCI anerkannt ist aber nur der Siberian Husky. Der Alaskan Husky bezeichnet keine Hunderasse (nicht von der FCI anerkannt), sondern einen Hundetyp, es  handelt sich bei diesem Hund um eine Kreuzung aus Huskies, aus Alaska stammenden Hunden, Jagd- und Windhunden, mit dem Ziel einen möglichst schnellen und dennoch extrem Leistungsstarken Schlittenhund zu züchten.
Oft mit dem Siberian Husky verwechselt wird auch das deutlich größere und kräftigere Alaskan Malamute (von der FCI anerkannte Hunderasse), ebenfalls kein Husky, aber ein außerordentlich guter Schlittenhund, auch bekannt unter dem Namen "Lokomotive des Nordens".

Siberian Husky






















Hundeschlittenführer und Gespann:

Als "Musher" bezeichnet man einen Hundeschlittenführer, das Gespann ist das "Team". Das Team unterteilt sich noch einmal in die Hunde direkt am Schlitten/Wagen, die sog. "Wheeler", meist die stärksten Hunde im Team. Ganz vorne sind die "Leader" oder auch Leithunde, sie setzen die Befehle des Mushers um und geben das Tempo vor, außerdem besitzen sie einen ausgezeichneten Orientierungssinn und müssen selbstständig den sichersten Weg für das Gespann finden. Die Hunde zwischen Wheeler und Leader nennt man "Swinger".


Der Blaue-Augen-Mythos

Jetzt noch ein kleines Anliegen von mir... Ich höre beim Spazieren immer wieder Folgendes: "Ist das ein Husky? Der hat ja gar keine blauen Augen!" 
Ich weiß nicht woher dieses Gerücht kommt, dass alle Huskies blaue Augen haben müssen. 
Es können beim Siberian Husky sowohl blaue, grüne, bernsteinfarbene, als auch zwei verschiedenfarbige Augen auftreten, alle Färbungen sind zur Zucht zugelassen und nichts ungewöhnliches, aber irgendwie ist das Bild eines blauäugigen Huskys in den Köpfen der Leute felsenfest verankert.  


Naja, ich hoffe der Beitrag war interessant und hat Euch weitergeholfen. Jetzt kennt Ihr den Unterschied zwischen Alaskan Husky, Siberian Husky und Schlittenhund ;)
Der Name "Snowdog" kommt übrigens daher, dass viele Kinder meinen Hund zwar richtig einordnen, aber nicht wissen, dass die Rasse "Husky" heißt, deshalb höre ich immer mal wieder: "Guck mal Mama, ein Schneehund!!!"




Donnerstag, 23. Oktober 2014

Was passiert eigentlich bei einer Zahnsanierung?

Warum wird eine Zahnsanierung beim Tier vorgenommen?

Tiere betreiben nicht wie wir Menschen Zahnpflege und mit der Zeit lagert sich immer mehr Zahnstein an, die Zähne können Löcher haben, das Zahnfleisch geht zurück und entzündet sich. Schlechte Zähne und Entzündungen äußern sich außerdem durch fauligen Mundgeruch.
Für das Tier bedeutet das Schmerzen und ab einem gewissen Punkt fressen sie weniger oder gar nicht mehr. Manche Tiere erscheinen matt, da sie viel herum liegen.

Zahnstein beim Hund




















Die Voruntersuchung:

Hier wird das Tier noch einmal gründlich untersucht und es wird für die bevorstehende Narkose Blut abgenommen und ins Labor eingeschickt, um Risikofaktoren zu erkennen. Wenn alle Werte in Ordnung sind gibt es grünes Licht für die Zahnsanierung, ein gewisses Restrisiko hat man bei einer Narkose aber immer.

 



















Warum ist eine Narkose nötig?

Wer schon einmal eine Zahnsteinentfernung beim Zahnarzt mitgemacht hat weiß, dass das nicht gerade angenehm ist. Ein Tier versteht natürlich nicht warum man so etwas mit ihm macht und lässt sich die Behandlung nicht gefallen. 
Der Zahnstein ist in der Regel genau an der Stelle am Schlimmsten, wo das Zahnfleisch beginnt, bei der Zahnsteinentfernung können also durchaus Schmerzen entstehen, die man dem Tier ersparen möchte. 
Ein weiteres Problem ist, dass Tiere ein wesentlich besseres Gehör haben, als wir Menschen. Im Gegensatz zu uns können sie den hohen Ton des Ultraschall-Scalers hören und wer würde bei einem längeren Andauern eines so hohen Pieptons nicht verrückt werden?!
Deshalb ist die Narkose notwendig, schon allein weil das Tier längere Zeit ruhig halten muss, während der Tierarzt im Maul herumhantiert.

Das passiert bei der Zahnsanierung:

Das Tier wird narkotisiert und kommt an eine Infusion, um es zu stabilisieren. Wenn das Tier vollständig im Land der Träume angekommen ist, kann begonnen werden.
Um Zugang zu den Zähnen zu erhalten wird das Maul mit einer Maulklemme aufgehalten.
An dicken Ablagerungen an den Zähnen kommt zunächst eine spezielle Zange zum Einsatz, mit ihr wird der Zahnstein erst einmal grob abgeknipst, dann geht es an die Feinheiten.
Ihr kennt sicherlich vom Zahnarzt dieses Besteck, das vorne so eine Art Haken hat, mit dem der Zahnarzt über die Zähne kratzt? Das ist der sog. Scaler. Bei der Zahnsanierung wird mit dem Ultraschall-Scaler gearbeitet, das geht schneller und leichter, als den Zahnstein mit dem normalen Scaler abzukratzen.
Ist der Zahnstein erst einmal entfernt und die Zähne sind sauber, werden sie noch einmal genauer untersucht. Die Zähne mit Löchern müssen entfernt (extrahiert) werden. Bei Tieren wird keine Füllung oder Ähnliches gemacht, da sie keine Zahnpflege betreiben, würde das nicht lange halten.  Die Zähne werden nicht wie beim Menschen gezogen, sondern zuerst, so weit wie möglich mit einer Zange abgeknipst, dann wird der Rest des Zahns weggebohrt und die Blutung gestillt. Manche Tierärzte nähen die entstandenen Löcher mit einem selbstauflösendem Faden, andere lassen sie offen und spülen sie bei mehreren Nachkontrollen, da Futterreste dennoch hineingelangen können und das zu Entzündungen führt.
Sind alle kaputten Zähne entfernt, wird nachpoliert. Das ist sehr wichtig, da beim Scaling die Oberfläche der Zähne sehr rau wird und sich dadurch Belag viel schneller ansetzen würde. Nach dem Polieren sind die Zähne wieder richtig glatt. Abschließend wird noch gespült.
Das Tier kommt dann mit einer Wärmematte und Decken in eine Box, wo es erst einmal in Ruhe seinen "Rausch" ausschlafen kann. Ist das Tier wach, kann es meist noch am selben Tag abgeholt werden, vorrausgesetzt es gab keine Komplikationen während der Narkose.

Was kostet so eine Zahnsanierung?

Das hängt natürlich vom jeweiligen Tierarzt ab, aber man kann mit etwa 250 € rechnen. Das Zähneentfernen wird extra, je nach Aufwand berechnet (abhängig davon, wie viele Wurzeln ein Zahn hat).

Veränderungen nach der Zahnsanierung:

Die Tiere fressen wieder besser und sind aktiver. Auch das Fell ist glänzender, da der Körper sich nicht länger mit der Entzündung herumschlagen muss und seine Energie in andere Dinge stecken kann. Auch Tiere, denen alle Zähne entfernt werden mussten (eigentlich fast nur bei sehr alten Tieren), können danach problemlos weiterhin Trockenfutter fressen.

Vorbeugung und Zahnpflege:

Wer vorbeugen möchte, kann mit speziellen Tierzahncremes (z.B. Orozyme) die Zähne schützen. Dabei wird nicht wie beim Menschen mit einer Zahnbürste geputzt, sondern die Creme auf den Zeigefinger aufgetragen, mit dem man dann ins Maul des Tieres fährt und die Paste auf die Zähne schmiert. Auch nach der Zahnsanierung ist es sinnvoll die Zähne auf diese Weise zu pflegen. Trotzdem verhindert die Zahncreme die Neubildung von Zahnstein nicht unbedingt vollständig, vor allem da Tierbesitzer im Gegensatz zum Tierarzt nicht immer an alle Zähne herankommen.


Freitag, 3. Oktober 2014

Tierbesitzer aufgepasst, der Herbst ist da!

Endlich Herbst! Für mich die schönste Zeit im Jahr, es ist nicht so heiß wie im Sommer, aber auch noch nicht zu kalt und draußen ist alles so schön bunt.

Die Herbstsonne lässt das Naturschutzgebiet erstrahlen























Doch gerade Tierbesitzer sollten im Herbst ein paar Dinge beachten...

Die Flöhe kommen:

Momentan sind sie überall unterwegs: die Igel. So süß sie auch sind, sie sind um diese Jahreszeit die Hauptüberträger von Flöhen auf Hunde und Katzen. Wichtig ist deshalb ein Flohcheck nach dem Kontakt mit den stacheligen Nagern.

So ein Igel ist ein wahres Flohtaxi






















Giftige Pflanzen:

Zur Zeit purzeln sie reihenweise von den Bäumen: Kastanien und Wallnüsse. Doch Vorsicht! Gerade die Schalen enthalten giftige Stoffe, die ab einer größeren Menge zu Erbrechen, Durchfall, Unruhe, in schlimmen Fällen zu Muskelzuckungen, Bewusstseinsstörungen aber auch bis hin zum Tod führen können.



Bastelmania lässt Grüßen:

Aber der Herbst hat ja auch schöne Seiten und bietet eine Menge Möglichkeiten, sich beim Basteln auszutoben. Außerdem steht auch bald wieder Halloween an und Dekoration selber basteln macht doch gleich viel mehr Spaß, als sie im Laden zu kaufen.
Diesen Monat gibt es zum Beispiel eine Bastelanleitung für eine Paracord-Fledermaus ;)


So sieht der Kopf meiner Paracod-Fledermaus aus ;)















Soooo, wir genießen jetzt noch ein wenig die Abendsonne, Euch noch einen schönen Abend und ein entspanntes verlängertes Wochenende (ich hoffe Ihr müsst nicht wie ich morgen arbeiten...).
Bis bald!

Kimo tankt auch noch einmal etwas Sonne ;)

Montag, 8. September 2014

Wo machen Störche eigentlich Urlaub?

Das Projekt "SOS-Storch"

Weißstorch




















Der Sommer wird sich bald dem Ende zuneigen und die Zugvögel ziehen in wärmere Gefilde. Das Projekt "SOS-Storch" verfolgt die Flugrouten von Weißstörchen aus der Schweiz mittels an den Tieren angebrachten Datenloggern. Schon vor Jahren wurde festgestellt, dass sich das Zugverhalten der Störche verändert hat: anstatt bis nach Westafrika zu fliegen, überwintern die meisten, der aus der Schweiz stammenden Vögel in Südspanien. Dort finden sie vor allem auf Mülldeponien genug Nahrung, um zu überwintern. Das Projekt beschäftigt sich jetzt damit, was die Änderung der Flugrouten bewirkte und in wie weit der Klimawandel eine Rolle spielt. 

Auf der Internetseite www.projekt-storchenzug.com/ gibt es weitere interessante Details zum Projekt. Wer die Routen mitverfolgen möchte kann das ebenfalls über die Seite tun (www.projekt-storchenzug.com/datenlogger/).
So kann man zum Beispiel auf der Karte sehen, dass der 2014 im Zoo Zürich geborene Storch Osuna, sich bereits nahe Zaragoza in Spanien befindet. Storch Luna aus dem Zoo Basel hält sich momentan nahe Madrid auf. Leider sind auch schon viele der besenderten Störche verunglückt, häufige Ursache sind Kollisionen mit Stromleitungen. 














"SOS-Storch" ist meiner Meinung nach ein wirklich interessantes Projekt, das hoffentlich bald neue Erkenntnisse über die Störche und deren Zugverhalten bringt.




Montag, 28. Juli 2014

Fotos: Kreuzkröte

Ich habe gerade eben noch eine kurze Runde durch das Naturschutzgebiet gedreht und bin auch dieses Mal wieder auf etwas Interessantes gestoßen: eine Kreuzkröte.




















Diese Kröte kann eine Größe von bis zu 8 cm erreichen und kommt in trockenwarmen Gebieten mit lockerem, sandigen Boden vor. Zum Laichen benötigt diese Art extrem flache und kleine Gewässer, was zwar die Gefahr des Austrocknens mit sich bringt, aber auf der anderen Seite die Jungen vor Fressfeinden schützt.
Gerade wärend der Paarungszeit kann man die Kreuzkröten bis zu 2 km weit hören.
Die Tiere sind braun bis oliv gemustert und besitzen eine hellere Grundierung. Typisch, aber nicht immer vorhanden ist der weiße bis gelbe Streifen auf dem Rücken.
Durch Dünger und Umweltverschmutzung werden immer mehr Lebensräume dieser Kröte zerstört. Mittlerweile gilt sie europaweit als geschützte Art.

Die Hinterbeine der Kreuzkröte sind verhältnismäßig kurz, sodass sie sich selten hüpfend, sondern meist laufend vorwärts bewegt.
So wurde auch ich auf sie aufmerksam, da ich das Rascheln im Gras hörte.
Dadurch, dass die Kröte im Licht meiner Taschenlampe ruhig sitzen blieb, hatte ich die Möglichkeit kurz ein paar Fotos von ihr zu machen und sie mir anzusehen. Dann ließ ich sie aber auch in Ruhe, damit sie sich durch mich nicht gestört fühlt, da ich finde, dass der Respekt vor anderen Lebewesen sehr wichtig ist, wenn man Tiere beobachtet.







Freitag, 11. Juli 2014

Hund oder Katze?

Wer war hier unterwegs?

Löwenspur
Hundespur
Hunde- und Katzenpfoten sehen sich auf den ersten Blick schon sehr ähnlich...

Deshalb gibt es heute einen kleinen Trick, wie Ihr in Zukunft eindeutig bestimmen könnt, ob die Nachbarskatze oder Bello durch den Garten spaziert sind.






Als erstes schaut Ihr nun auf den vorderen Teil des Abdrucks: sind dort Krallenabdrücke? Wenn ja, dann handelt es sich um einen Hundepfotenabdruck. Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz einfach: Katzen benötigen ihre Krallen bei der Jagd, um Beutetiere zu packen. Dazu müssen diese natürlich scharf sein... Hätte die Katze ihre Krallen immer ausgefahren, würden sie beim Laufen abstumpfen, wie die Krallen eines Hundes, sie wären für die Katze unbrauchbar, deshalb zieht sie diese beim Laufen ein. Die Mitglieder der Hundefamilie hingegen hetzen ihre Beute bis diese erschöpft zusammen bricht, sie setzen ihre Krallen für bessere Bodenhaftigkeit ein und sind auch gar nicht in der Lage diese einzuziehen.
Aber natürlich gibt es von so ziemlich jeder Regel eine Ausnahme: der Gepard. Er setzt seine Krallen wie Spikes ein, um beim Sprint schneller rennen zu können. Dadurch sind seine Krallen stumpf und unbrauchbar, um damit die Beute anzuspringen. Auch der Gepard ist nicht in der Lage seine Krallen einzuziehen.

Pfote eines Geparden
Somit reicht es hier bei uns, einfach darauf zu achten, ob Krallenabdrücke vorhanden sind oder nicht, denn freilaufende Geparden gibt es hier eher nicht so viele ;)

Trotzdem noch ein weiterer Trick, wie man ganz sicher gehen kann:
Hierzu schaut man sich den hinteren Teil des Abdrucks genauer an: bei allen Katzen sind hier drei Ausbuchtungen zu sehen, bei Hunden sind es nur zwei.








Leopardenspur
Hundepfote













Mittwoch, 25. Juni 2014

Erste Hilfe beim Hund - Grundlagen

Was tun, wenn ein Notfall eintritt?

Ich war heute bei einem tierärztlichen Vortrag zum Thema: Erste Hilfe beim Hund. Das Ganze war sehr interessant und beinhaltete auch ein paar Praxisübungen. 
Im Folgenden möchte ich zunächst einmal auf ein paar grundlegende Sachen eingehen. Der Vortrag wurde, wie bereits erwähnt von einem Tierarzt gehalten und ich berufe mich zusätzlich auf ein Infoheft, dass von Royal Canin gestellt wurde. Dennoch möchte ich noch einmal betonen, dass alle Angaben ohne Gewähr sind, da sich Wissensstände ändern und sich nicht immer alles, auf jeden Hund anwenden lässt! Nach Unfällen oder Verletzungen sollte generell immer ein Tierarzt aufgesucht werden!

1. Gefahren vermeiden:

Das Beste ist natürlich, mögliche Gefahrenquellen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Dazu gehört das Anleinen des Hundes auf der Straße, das Tier im Sommer nicht im Auto zu lassen, keine Stromkabel offen herumliegen zu lassen und auch dafür sorgen, dass Rattengift und Co außer Reichweite des Hundes sind.

2. Auf Notfälle vorbereitet sein:

Auf Reisen und bei Wanderungen sollte ein Erste Hilfe-Set mitgeführt werden. Es gibt spezielle Erste Hilfe-Kästen für Hunde, so einen muss man sich als Hundehalter aber nicht zwingend zulegen, ein gewöhnlicher Erste Hilfe-Kasten, wie man ihn im Auto hat, reicht im Normalfall völlig aus.
Ich habe mein Erste Hilfe Set mal für Euch auseinandergenommen:



































Normalerweise führt mittlerweile jeder ein Handy mit sich, darauf sollten die Nummer des Tierarztes, sowie die Nummer der nächsten Tierklinik eingespeichert sein. Tierkliniken stehen, im Vergleich zur gewöhnlichen Tierarztpraxis, 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr über zur Verfügung.
Beim Tierarzt kann man sich über Erste Hilfe-Maßnahmen informieren, viele Tierärzte bieten auch Erste Hilfe-Kurse an.

3. Wer kommt für die Tierarztkosten auf?

Man findet ein verletztes Tier oder wird Zeuge eines Unfalls, muss man dann die Kosten tragen? Nein! Leider wird Tieren in Not nicht immer geholfen, da die Leute die Tierarztkosten scheuen. Dabei kommt die Gemeinde für gefundene Tiere auf! Kann ein Besitzer ermittelt werden, muss dieser für Tierarztkosten und anschließende Unterbringung aufkommen. Also helft verletzten Tieren, wenn es euch möglich ist und sorgt dafür, dass sie auf schnellstem Weg zum Tierarzt kommen!

4. Erste Schritte an der Unfallsstelle:

  • Das Wichtigste ist zunächst einmal Ruhe bewahren! Auch wenn es in solchen Ausnahmesituationen schwerfällt, vor allem, wenn das eigene Tier betroffen ist, es ist niemandem damit geholfen, wenn man in Panik verfällt, dem verletzten Tier am aller wenigsten.
  •  Da Erste Hilfe-Maßnahmen keine tierärztliche Behandlung ersetzten, ist das oberste Ziel, den Tierarzt so schnell wie möglich zu erreichen. Besonders wichtig ist deshalb: Hilfe rufen! Alleine ist es oft schwierig mit einem panischen Tier fertig zu werden. Eine zweite Person kann Euch zur Hand gehen und während Ihr Euch um das Tier kümmert den Tierarzt anrufen, das Tier festhalten und vor allem das Autofahren übernehmen. Bevor ein Tier in die Klinik/Praxis gebracht wird, sollte man immer zuerst den Tierarzt verständigen und sein Kommen ankündigen, so kann der Tierarzt bis zum Eintreffen des Patienten alles Nötige vorbereiten.
  • Ist der Hund noch bei Bewusstsein, muss man seinen Zustand überprüfen (siehe 6.), dazu nähert man sich dem Tier vorsichtig (siehe 5.). Achtung: Tiere, die Schmerzen haben oder unter Schock stehen sind unberechenbar! 
  • Ist das Tier bewusstlos und völlig leblos, müssen möglicherweiße Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden (siehe 7.) 
  • Den Hund zum Tierarzt bringen.

5. Wie nähert man sich einem verletzten/ geschockten Hund?

Ich möchte noch einmal betonen, dass Hunde in solchen Zuständen unberechenbar sind und, dass auch der eigene Hund unter Schmerzen plötzlich zu schnappen kann. Die eigene Sicherheit geht vor!
Nähert Euch langsam und redet beruhigend auf den Hund ein, macht Euch möglichst klein, um nicht bedrohlich zu wirken. Seid jeder Zeit auf plötzliche, unvorhersehbare Angriffe gefasst.
Zeigt der Hund aggressives Verhalten, so dass es nicht möglich ist sich ihm zu nähern, kann ein Schnauzenband angelegt werden, allerdings nur, wenn der Hund sich nicht erbricht und keine Verletzungen an Maul und Schnauze hat.
Hunde haben einen sehr beweglichen Kopf und können diesen sehr weit nach hinten drehen, deshalb ist äußerste Vorsicht geboten, wenn man (von hinten!!!!) den Kopf unterhalb der Ohren mit beiden Händen packt und festhält. Der Griff muss so sein, dass der Hund den Kopf nicht mehr bewegen kann. Nun kann er nur noch schnappen, wenn man in Reichweite seines Mauls kommt. Ein Schnauzenband kann aus einem Verband, zur Not aber auch aus einer Strumpfhose oder der Leine bestehen (was eben gerade zur Verfügung stehet). Man macht eine große Schlinge und während eine Person den Kopf des Hundes hält, wird diese um die Schnaze des Hundes gelegt und schnell zu gezogen, so dass der Knoten oben ist. Dann nimmt man die beiden Enden und überkreuzt sie noch einmal unter der Schnauze, danach knotet man sie hinter dem Kopf zu einer Schleife zusammen. Wenn man alles richtig gemacht hat, kann der Hund nicht mehr zubeißen.
Jetzt kann man den allgemeinen Zustand des Hundes untersuchen.

6. Lebensfunktionen überprüfen:

  • Ist das Tier ansprechbar? Reagiert es auf Geräusche?
  • Atmung: Hebt und senkt sich der Brustkorb?
  • Kreislaufzustand: Hierzu klappt man mit der einen Hand eine Leftze um, so dass sie mit dem Daumen gehalten wird und die übrigen Finger dahinter anliegen (um Gegendruck auszuüben). Mit der anderen Hand drückt man kurz auf eine rosige Stelle. Es sollte an der Druckstelle ein hellerer Kreis zu sehen sein, der wieder verschwindet. Im Normalzustand sollte der Kreis nach zwei Sekunden nicht mehr zu sehen sein.
  • Puls: Den Puls spürt man auf der Oberschenkelinnenseite. Den Herzschlag kann man auf Höhe des Ellbogens an der linken Brustkorbwand spüren.
  • Reflexe: verengt sich die Pupille, wenn sie angeleuchtet wird?
Kann man weder Herzschlag noch Atmung feststellen, sollte sofort mit der Wiederbelebung begonnen werden.

7. Wiederbelebungsmaßnahmen:

Zunächst müssen die Atemwege frei sein, dazu muss man das Maul öffnen und die Zunge herausziehen. Wenn im Rachen Fremdkörper, Erbrochenes oder Schleim zu sehen sind, müssen diese entfernt und die Atemwege freigelegt werden.

Beatmung: Wenn die Atemwege frei sind, (Zunge nach vorne ziehen) schließt man das Maul mit der Hand und streckt den Hals des Hundes. Dann wird das Tier durch die Nase beatmet, der Brustkorb sollte sich heben! Wem das zu eklig ist, der kann auch ein Taschentuch dazwischen legen.

Herzmassage: Bei Herzstillstand muss umgehend mit der Herzmassage begonnen werden. Bei großen Hunden funktioniert dies nicht anders als beim Menschen. Dazu wird die linke Hand flach in Höhe des Ellenbogens auf den Brustkorb gelegt. Die rechte Hand wird in schneller Folge etwa zehn Mal auf die linke gepresst. Bei kleinen Hunden muss vorsichtiger vorgegangen werden: man legt die Hand von unten um den Brustkorb (Daumen auf eine Seite, die übrigen Finger auf die andere) und drückt die Hand zusammen.

Danach sollte das Tier wieder Beatmet werden und der Herzschlag immer wieder kontrolliert werden.

8. Wer kommt für entstandene Schäden auf?

Bei Verkehrsunfällen liegt die Schuld fast immer beim Tier, d.h. der Tierhalter haftet für den Schaden und das auch wenn das Tier in diesem Moment gerade von einer anderen Person beaufsichtigt wird. Im Falle einer Aufsichtsperson, die vertraglich geregeltes Entgeld bekommt, also z.B. Tiersitter, haftet diese ebenfalls. Hundehalter sollten deshalb berücksichtigen, dass die Haftpflicht-Versicherung nur Schäden abdeckt, die von Katzen und Kleintieren verusacht werden. Deshalb ist eine Hundehaftpflicht-Versicherung sehr wichtig.
Wenn zwei Hunde miteinander kämpfen und dadurch Verletzungen entstehen, werden die Kosten im Regelfalle zwischen den beiden Hundehaltern aufgeteilt. Das ist nicht der Fall, wenn die Schuld eindeutig bei einem Hundehalter liegt.

9. Wie weit darf ich gehen, um einem Tier zu helfen?

Es ist erlaubt eigenmächtig auf fremden Grundstücken zu handeln, wenn sich ein Tier in Lebensgefahr befindet. Allerdings ist man erst auf der sicheren Seite, wenn man einen Zeugen hat. 

Ich hoffe, dass Ihr diese Informationen niemals brauchen werdet. Scheut nicht davor zurück Tieren zu helfen, auch wenn Ihr im ersten Moment nicht sicher wisst, was Ihr tun müsst, denn Nichts tun und weiter laufen, ist in jedem Fall die schlechteste Entscheidung.

Wer sich noch weiter informieren möchte, kann sich auf der Royal Canin-Internetseite weitere Tipps zum Thema Erste Hilfe durchlesen: www.royal-canin.de/news-specials/erste-hilfe/
Hier wird auch erklärt, welche Maßnahmen bei Hitzeschlägen, Stromschlägen, Vergiftungen, etc. ergriffen werden können.


Donnerstag, 5. Juni 2014

Himalaya - Die Heimat des Schnees

Die Menschen besiedeln mittlerweile fast alle Klimazonen und haben gelernt unter extremen Bedingungen zu leben. Einige Gebiete unserer Erde sind dennoch so lebensfeindlich, dass es für uns unmöglich ist, dort auf Dauer zu leben. 
Einer dieser Orte ist das Himalayagebirge, das mit dem Mount Everest (8848 m) den höchsten Berg beinhaltet. Himalaya ist ein Wort aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt "Heimat des Schnees". Die Menschen leben dort bis zu einer Höhe von ca. 4300 m, da in höheren Gebieten der Anbau von Nahrungsmitteln nicht mehr ausreichend, bzw. gar nicht mehr betrieben werden kann. 
Umso erstaunlicher ist es, dass Tiere sich noch viel höher vorgewagt haben und dort erfolgreich überleben können. Sie haben sich im Laufe der Zeit perfekt an die extremen Lebensräume angepasst. Doch wer wagt sich am weitesten hinauf?


Bis zu 4000 m: Kleiner Panda

Der Kleine Panda bevorzugt Bambuswälder und überschreitet deshalb die Baumgrenze nicht. Die Katzenbären sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben einzelgängerisch.
Haupnahrungsquelle ist Bambus, aber auch Insekten, Beeren, Wurzeln und andere Kleintiere stehen auf dem Speiseplan. Eigentlich ist der Verdauungstrakt des Katzenbärs gar nicht für den nährstoffarmen Bambus ausgelegt, deshalb müssen sie zum einen eine sehr große Menge davon zu sich nehmen, zum anderen aber auch sehr lange Ruhepausen zum Verdauen einlegen, da der Vorgang sie viel Energie kostet.
Die Kleinen Pandas sind außerordentlich gute Kletterer und halten sich meist auf moos- und flechtenbewachsenen Bäumen auf, dadurch sind sie mit ihrem rötlichen Fell bestens getarnt. Tagsüber kann man sie lang ausgestreckt in Astgabeln liegen sehen.
Die Tiere gelten, aufgrund von Lebensraumverlust und Bewilderung wegen des Fells, als gefährdet.





Bis zu 4500 m: Takin

Takine sind aufgrund ihrer stämmigen kurzen Beine und den breiten Hufen äußerst trittsicher. Das dichte, zottige Fell ist mit öligem Hautfett bedeckt und schützt sie so vor dem feuchtkalten Klima. Takine sind sehr gesellig und leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren.
Sie fressen, was der Lebensraum in diesen Höhen noch zu bieten hat: Gräser, Kräuter, Blätter und Knospen; im Winter müssen die Takine notgedrungen auch mit Zweigen und Nadelblättern auskommen. Um an ihre Nahrung, sowie wichtige Salz- und Mineralquellen zu kommen bewegen sich die Takine entlang ihrer bereits festgetretenen Pfade.

Die Hauptbedrohung für diese Tiere stellt hauptsächlich die Bejagung durch den Menschen dar.






























Bis zu 6000 m: Schneeleopard

Der Schneeleopard ernährt sich von Huftieren, wie zum Beispiel dem Blauschaf und verschiedenen Nagetieren des Hochgebirges. Im Winter zieht er seiner Beute in tiefer gelegene Gebiete hinterher.
Das dicke Fell schützt die Katze vor eisigen Temperaturen von bis zu -40 °C und sorgt für eine perfekte Tarnung auf dem felsigen Untergrund.
Darüber hinaus besitzen Schneeleoparden eine außergewöhnliche Sprungkraft und können bis zu 16 m weit springen.
Sie leben einzelgängerisch und bewegen sich in Revieren von 20 bis 40 km², bei kleinen Beutetierpopulationen können die Streifgebiete auch erheblich größer ausfallen.
Auch für den Schneeleoparden ist das Wildern die größte Bedrohung.











Bis zu 7800 m: Bartgeier

Die bis zu 7 kg schweren  Bartgeier ernähren sich von Aas und Kleintieren, sowie von Knochen, wobei sie diese, bis zu einer Länge von 30 cm, im Ganzen herunterschlucken können. Um an das Knochenmark zu gelangen, lassen die Greifvögel diese aus der Luft auf Felsen fallen.
Als Aasfresser sind sie auch auf andere Raubtiere, wie z.B. Schneeleoparden und Wölfe angewiesen.
Sie bevorzugen den Lebensraum oberhalb der Baumgrenze aufgrund der großen Höhenunterschiede, steilen Felswände und der guten Thermik. Außerdem können sie in den unzugänglichen Felsspalten ungestört brüten.
Der Bartgeier wurde Gebietsweise bereits ausgerottet, vor allem, da man früher glaubte er würde Lämmer und kleine Kinder töten. Mittlerweile gibt es diverse Wiederansiedlungsmaßnahmen dennoch ist der Bartgeier sehr selten geworden und leidet, durch das immer weitere Vorderingen der Menschen in seinen Lebensraum, immer stärker an Nahrungsknappheit.




Diese vier einzigartigen Tierarten sind natürlich nicht die einzigen Überlebenskünstler im Himalayagebirge, aber sie haben, wie leider viele andere Tiere auch, eines gemeinsam: ihre Bestände nehmen immer weiter ab, da der Mensch in ihren Lebensraum vordringt. Manche dieser Tiere sind uns nur durch Zucht- und Wiederansiedlungsmaßnahmen erhalten geblieben und es wäre schade, wenn sie ganz verschwinden würden. Ich kann nur hoffen, dass sich mehr Leute für den Schutz unseres Planeten einsetzten und sei es nur, indem sie andere Leute auf die Probleme aufmerksam machen, weil die öffentliche Aufmerksamkeit der erste Schritt in die richtige Richtung ist. Ich hoffe auch, dass die Menschheit den wahren Schatz unserer Erde erkennt, bevor es zu spät ist! Denn kein Geld und keine noch so kostbaren Rohstoffe können eine ausgestorbene Tierart zurückholen und nichts auf dieser Welt könnte die entstandene Lücke füllen, da jedes Lebewesen nun einmal einzigartig und unersetzbar ist.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Greater Krüger Nationalpark

Der Krüger Nationalpark ist Südafrikas größter Nationalpark und bietet eine rießige Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Auf einer Fläche von ca. 200.000 km² sind 336 verschiedene Bäume, 507 Vogel-, 147 Säugetier-, 114 Reptilien-, 49 Fisch- und 34 Amphibienarten beheimatet, darunter natürlich auch die "Big 5" (Löwe, Büffel, Nashorn, Elefant und Leopard). 
Ich lebte einen Monat lang im Balule Game Reserve in einem Camp und durfte als Volunteer bei einem Forschungsprojekt mithelfen. Heute möchte ich Euch ein paar Fotos von diesem absolut einzigartigen Ort zeigen. Wenn Euch meine Reise und meine Abenteur in Südafrika interessieren oder Ihr mehr Bilder und Videos sehen möchtet, dann schaut doch einfach auf meinem Südafrikablog "Auf den Spuren der Big 5" unter www.southafrica.auslandsblog.de vorbei.


Sonnenuntergang über dem Reservat
Büffel am Wasserloch
Abendstimmung im Balule Game Reserve
Ein Elefant, nur wenige Meter von unserem Essbereich im Camp entfernt!
Balule von einem Aussichtspunkt aus
Gnus
Ein weiterer Tag neigt sich dem Ende zu
Implas, die am häufigsten vertretenen großen Säugetiere im Greater Krüger Nationalpark
Büffelherde
Der Olifantsriver, Hauptwasserquelle für die Tiere im Balule Game Reserve
Kuduweibchen






Ein Geier wartet geduldig darauf, dass die Raubtiere ihr Mahl beenden.
Elefant am Olifantsriver






Kämpfende Nyalas
Während der Regenzeit erstrahlt das Reservat in sattem grün.
Impala




Ein Löwe macht sich über einen erlegten Büffel her.

Mama Warzenschwein

Mistkäfer

Das Reservat im morgendlichen Nebel
Am Wasserloch treffen verschiedenste Tiere aufeinander.



Der Steenbuck (dt. Steinböckchen) ist nur ein wenig größer als eine Katze.

Zebras, ein Gnu und ein Warzenschwein grasen friedlich nebeneinander.
Bei den sog. Birdcounts werden die Vögel gezählt und in Datenbanken erfasst.


Ein Warzenschwein flüchtet vor dem Jeep

Die drei Wasserbockweibchen lassen uns nicht aus den Augen.

Zebraherde

Breitmaulnashörner nach einem Schlammbad

Die beiden Giraffenweibchen flüchten vor dem aufdringlichen Bullen